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Koreanische Kultur

Traditionelle Koreanische Kleidung

Die traditionelle koreanische Kleidung, der Hanbok, existiert seit mehr als zweitausend Jahren. Der Hanbok ist eine der ältesten Trachten, die durchweg die Koreaner und deren Kultur begleitet. Durch Fremdherrschaften und wandelnde Modetrends änderte sich das Aussehen des Hanbok ständig, doch ausgestorben, wie andere Trachten, ist er nie.

Schon auf den Wandgemälden der Grabstätten eines der drei geteilten Königreiche, die schon vor Christi Zeiten bestanden, ist der Hanbok zu sehen.
Demzufolge wurde er schon getragen, bevor Aufzeichnungen darüber gemacht wurden.
Wenn ein Koreaner diese wundervolle Tracht trägt, kommt die Schönheit des Hanbok zum Vorschein und man bemerkt recht schnell, wie fantastisch dieses Volk mit seiner Tracht harmoniert.

Die Grundausstattung eines Hanbok ist bei den Frauen ein langer Rock. Er reicht von Brust bis zu den Knöcheln. Dazu wird ein kurzes Jäckchen angezogen.
Bei den Männern bedeckt ein Sakko die Taille und eine Hose wird getragen. Die Länge des Jäckchen und des Sakkos ist je nach Zeitalter unterschiedlich. Der Schmuck und was Mann oder Frau über der Kleidung trägt, hängt außerdem vom Rang oder Status des Trägers und natürlich vom Anlass ab.
Ein Hanbok liegt niemals eng an, er ist kurvenreich zugeschnitten und seine Eleganz drückt er durch Volumen aus. Der Einfluss des Hanbok hat an Ausmaß zugenommen und mittlerweile greift man in vielen Bereichen auf Kreationen und Farben des Hanbok zurück.
Besonders hervorzuheben ist der wunderschöne Rockmantel bei den Frauen. Ein Tanz zur Beschwörung von bösen Geistern wird von einer Dame in einem weißem Rockmantel vorgeführt. Sie breitet die Arme aus und hebt das weiße Tuch, die Rockfalten erzeugen durch ihre wiederholten Bewegungen große und kleine Wellen. Die perfekte Präsentation des Handtuchtanzes zeigt den Hanbok in seiner eindrucksvollsten Gestalt und Vollendung.

Traditionell werden die koreanischen Kleider geradlinig zugeschnitten und nach dem Flachschnitt gefertigt. Die Linien des Hanbok verändern sich beim Laufen und mit jeder Bewegung. Die Falten, die entstehen, geben dem Hanbok seine Einzigartigkeit und sein harmonisches Aussehen.
„Die Schönheit des Hanbok beruht auf seinen Linien“, so sagen es die Koreaner.
Beim westlichen Schnitt wird der Stoff angepasst. Nicht so beim Flachschnitt des Hanbok. Er kann flach auf den Boden gelegt werden. Die freie Schönheit der Linien setzt einen individuellen Spielraum. Ein ausgebreiteter Hanbok-Rock ist ein Stück quadratischen Stoffs. Diesen wickelt man um den Körper, wobei es bis zu dreißig verschiedene Variationen gibt. Den restlichen Saum faltet man oder hält ihn zusammen, je nach Belieben. So ist Individualität und Eigenständigkeit, durch die offene Struktur gegeben.

Verschiedene Accessoires und Kopfbedeckungen gehören beim Hanbok zur Ausstattung.
Samo, Gat, Nambawi, Bokgeon und Hogeon sind Hüte, die eine gewisse Bedeutung haben und anlassbezogen getragen werden oder wurden.
Dann gibt es Kronen, wie Jokdur oder Hwagwan, welche zum Zeremoniell-Kleid von der Braut getragen werden. Sie sind aufwendig verziert und geschmückt.
Winterkappen für Frauen, Männer und Kinder sind ebenfalls Kopfbedeckungen des Hanbok.
Außerdem zählen zahlreiche Schmuckteile für Frauen zum Hanbok. Die Norigae ist ein Anhänger mit Ornamenten. Es wird an einem Kleiderstreifen befestigt und verschönert die Tracht. Binyeo, eine einfache Haarnadel, hält die Krone oder das Haar fest und befestigt diese. Diverse Haarschleifen und Ornamente komplettieren das Gesamtbild des Hanbok.

Der Hanbok ist meist aus natürlichen Stoffen wie Ramie oder Seide hergestellt, dazu kommen natürliche Farbstoffe wie Indigo oder Gardenie. Diese Kombination erzeugt die wärmeausstrahlende Wirkung des Hanbok. Die Farben sollen die vier Jahreszeiten ausdrücken, daher sind sie weich und fein und zugleich ruhig und stark. Das Indigo-Blau Koreas ist ein Blau mit rotem Ton, was es so einmalig macht und es daher auch als unendliches Blau bezeichnet wird.

Vor einigen Jahren wurde der Hanbok noch im Alltag getragen. Dies ist heute nicht mehr der Fall. Aber zu besonderen Anlässen spielt die Tradition eine sehr entscheidende Rolle. Die Erstausstattung eines Neugeborenen ist ein Jäckchen, welches die typische Hanbok-Form aufweist. Auch bei Hochzeiten oder dem sechzigsten Geburtstag wird die traditionelle Tracht getragen. Bei Beerdigungen wird der Verstorbene in ein weißes Hanbok-Sterbekleid gehüllt.

Eine koreanische traditionelle Hochzeit wird Besuchern zweimal in der Woche in Seoul gezeigt. Die Braut ist sehr farbenprächtig gekleidet und bringt einen besonderen Glanz in dieses Ereignis. Das Gewand der Braut ist aus Seide und mit einer Stickerei verziert. Diese Stickerei ist der Glückwunsch an das Brautpaar.