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Koreanische Kultur

Hangul – Das koreanische Alphabet

Das koreanische Alphabet ist eines der interessantesten Schriftsysteme der Welt. Seine Besonderheit liegt vor allem darin, dass es einmal künstlich geschaffen wurde. Es stammt nicht von alten überlieferten Hieroglyphen ab wie bei den chinesischen Schriftzeichen sondern ist hauptsächlich aus phonetischen Gesichtspunkten entstanden.
Der Urheber des koreanischen Alphabetes ist König Sejong der Große. Dieser Herrscher wurde 1397 geboren und regierte von 1418 bis zu seinem Tod 1450 das koreanische Reich. Sejong war ein außergewöhnlich kluger und wissenschaftlich interessierter Monarch und entwickelte gemeinsam mit seinen Ratgebern viele Neuerungen. Die bekannteste davon ist wohl das „Hangeul oder Han-gul“ genannte koreanische Alphabet, welches 1446 dem koreanischen Volk vorgestellt wurde. König Sejong hatte erkannt, dass nur sehr wenige seiner Untertanen die damals gebräuchlichen chinesischen Schriftzeichen beherrschten und folglich sein Volk praktisch aus Analphabeten bestand. Mit der eigenen koreanischen Schrift sollte das geändert werden. Es hat trotzdem einige hundert Jahre gedauert, bis sich das koreanische Alphabet richtig durchgesetzt hatte. Eigentlich ist der große Erfolg des Hangeul erst im 20. Jahrhundert eingetreten. Heute gibt es sogar Computer-Tastaturen und Handys, auf denen man Hangeul schreiben kann. Auch die extrem geringe Zahl von Koreanern, die nicht lesen und schreiben können, lässt sich auf die leicht lernbare Schrift zurückführen. Im Gegensatz zu den ideografischen Schriftarten, die Tausende Bilder kennen, um irgendetwas zu beschreiben, ist Hangeul kinderleicht. Jährlich am 9. Oktober wird (zumindest in Südkorea) das Hangeul Fest gefeiert und die Koreaner sind mit Recht stolz auf ihr Alphabet und seinen Siegeszug.

In seiner jetzigen Form besteht das Hangeul aus 10 Vokalen und 14 Konsonanten. Letztere werden durch die Position des Mundes und der Kehle bei ihrer Aussprache dargestellt und die Vokale mit vertikalen und horizontalen Strichen oder Punkten. Die Buchstaben werden dann zu verschiedenen Silben zusammengefügt, die nebeneinander oder auch untereinander geschrieben werden. Gelesen wird von links nach rechts und von oben nach unten.

Wenn koreanische Schriftzeichen auch für Europäer kompliziert aussehen, sind sie eigentlich leicht zu lernen. Sie sind logisch aufgebaut, leicht verständlich und folgen einem einleuchtendem System. Groß-und Kleinschreibung entfällt und die Grammatik ist, zumindest bei der Schriftsprache, auch kein Problem.
Durch die geschichtliche und kulturelle Nähe zu China gibt es aber in Korea auch zahlreiche Lehnwörter chinesischen Ursprungs und manchmal werden die chinesischen Zeichen noch in Klammern hinter dem Hangeul-Wort angegeben. Wer versucht die koreanische Schrift zu erlernen, sollte bedenken, dass die Umschriften in das lateinische Alphabet nichts bringen. Sie sind ungenau und helfen am Ende nicht viel.