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Das Cheomseongdae-Observatorium

Die Cheomseongdae-Sternwarte in Gyeongju

Cheomseongdae-Observatorium

Das Cheomseongdae-Observatorium ist eine 1400 Jahre alte, vollständig erhaltene Sternwarte ganz in der Nähe von Gyeongju in Südkorea. Sie befindet sich heute in der Mitte eines großen Parks. Auf Koreanisch bedeutet Cheomseongdae Sternenguckerturm. Cheomseongdae ist das älteste erhaltene Observatorium in ganz Ostasien und darüber hinaus eines der ältesten naturwissenschaftlichen Einrichtungen auf unserer Erde. Es wurde im siebten Jahrhundert n. Chr. während der Silla-Dynastie in der Hauptstadt des Reiches, Gyeongju, gebaut. Viel später, am 20. Dezember 1962, ernannte man dieses Bauwerk dann zum einunddreißigsten nationalen Kulturgut Südkoreas.

Nach Samguk Yusa wurde Cheomseongdae unter der Herrschaft von Königin Seondeok (632–647) errichtet. Die Architektur des Turmes ähnelt der des Bunhwangsa Tempels in Gyeongju. Manche Gelehrte vertreten die These, dass die Architektur von Cheomseongdae ganz stark vom Buddhismus beeinflusst wurde. Man könne Ähnlichkeiten zwischen dem Berg Sumeru, Zentrum des Universums nach buddhistischer Lehre, und dem Sternenguckerturm erkennen.

Der Turm ist an seinem Fundament fünf Meter siebzig breit und insgesamt neun Meter vierzig hoch. Bis zur Öffnung zum Hineinklettern ist er mit Erde gefüllt. Alle im Bauwerk verwendeten Steine haben eine symbolische Bedeutung. Der Turm setzt sich aus 362 Granitblöcken zusammen. Es wird gesagt das diese die 362 Tage des Mondjahres verkörpern. Die dreißig Zentimeter langen Steine liegen in siebenundzwanzig Schichten kreisrund in der Form eines Zylinders aufeinander, den ganz obenauf ein Viereck abschließt. Wieder ergibt sich eine Verbindung zwischen dieser Zahl und dem Fakt, dass Königin Seondeok die siebenundzwanzigste Herrscherin des Reiches war. Zählt man auf die siebenundzwanzig Schichten noch die letzte, oben auf liegende, viereckige Schicht dazu, erhält man die Zahl achtundzwanzig. Der Buddhismus verweist auf achtundzwanzig orientalische Sternbilder und achtundzwanzig Himmelssphären.

Cheomseongdae-Observatorium

Das Fundament des Turmes setzt mit drei Steinen an jeder Seite ein Quadrat zusammen, es ergeben sich insgesamt zwölf Steine. Die Zahl zwölf könnte die Anzahl der Monate symbolisieren. Mitten im Turm existiert eine quadratische Öffnung, deren Höhe und Breite je einen Meter betragen und die es ermöglicht, eine Leiter anzuhängen und den Turm von unten zu besteigen. Zwölf der Schichten liegen über und zwölf befinden sich unter dieser Öffnung. Die neunzehnte, zwanzigste, fünfundzwanzigste und sechsundzwanzigste Schicht hat jeweils einen herausragenden Stein; alle zusammen bilden den Chinesischen Buchstaben '井' (jeong) ab. Wahrscheinlich dienten die Ecksteine ganz oben auf dem Turm dazu, die Himmelsrichtungen verbindlich festzulegen. Auch könnte der Turm als Sonnenuhr genutzt worden sein.

Obwohl Cheomseongdae das älteste Observatorium in Ostasien ist und man davon ausgeht, dass dort die Sterne beobachtet wurden, um das kommende Wetter vorauszusagen, gibt es auch Vermutungen, dass es für astronomische Beobachtungen gar nicht benutzt wurde und eher für astrologische Zwecke seine Verwendung fand. Es könnte also ein Gebäude gewesen sein, dass nur dem Äußeren nach einer Sternwarte entsprach. Sicher ist auch, dass zu dieser Zeit keine wesentlichen Unterschiede zwischen Astronomie und Astrologie existierten.

Die Tagundnachtgleiche im Frühjahr und Herbst, die Winter- und Sommersonnenwende sowie das astronomische Sonnenjahr wurden damals durch die Beobachtung der Sterne festgelegt. Aber es ist auch möglich, dass der Turm selber diese Zeitpunkte festlegte. Die quadratische Öffnung zeigt gegen Süden, d.h. bei Tagundnachtgleiche im Frühling und Herbst scheint das Licht direkt auf den Grund des Turmes während es während der Winter- und Sommersonnenwende verschwindet. So wäre ein exaktes Bestimmen der vier Jahreszeiten ebenfalls möglich.

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